BAG WfbM unterstützt Kampagne der Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
Die Unabhängige Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat eine Aufrufkampagne gestartet, die sich an Menschen mit Behinderungen richtet. Mit der Botschaft „Offen für deine Geschichte“ werden sie dazu eingeladen, über sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend zu sprechen. Die BAG WfbM begrüßt die Kampagne und ruft alle Mitglieder auf, vor Ort darauf aufmerksam zu machen.
Die Aufarbeitungskommission des Bundes will zukünftig mehr Menschen mit Behinderungen erreichen. Mit der neuen Kampagne werden sie direkt angesprochen. Gleichzeitig will die Kommission untersuchen, welche Bedingungen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen möglich machen und welche Strukturen dazu beitragen, dass Gewalt verschwiegen und Aufklärung verhindert wurde.
Im Mittelpunkt der Kampagne stehen sechs Videospots und sechs Fotomotive. Darsteller*innen in der Rolle von Betroffenen und Zeitzeug*innen berichten von ihren Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt. Die Menschen kommen durch eine offene Tür und lassen damit symbolisch den Kontext, in dem der Missbrauch stattgefunden hat, hinter sich. Der Schritt durch die geöffnete Tür steht für den Prozess der individuellen und gesellschaftlichen Aufarbeitung, den die Aufarbeitungskommission des Bundes mit ihrer Arbeit unterstützt. Entwickelt wurde die Aufrufkampagne gemeinsam mit Expert*innen mit Behinderungen.

Andrea Stratmann, Vorstandsvorsitzende BAG WfbM, erklärt: „Ich begrüße die Arbeit der Unabhängigen Kommission ausdrücklich. Sie erinnert uns daran, dass die Würde, die Sicherheit und die Selbstbestimmung jedes Menschen konsequent geschützt werden müssen. Die Berichte der Betroffenen sind Auftrag und Verpflichtung zugleich: hinzusehen und zuzuhören, Verantwortung zu übernehmen und Schutzstrukturen kontinuierlich weiterzuentwickeln.“
Plakate und Flyer zur Kampagne der Aufarbeitungskommission sollen in Einrichtungen der Eingliederungshilfe ausgelegt werden. Die sechs Videospots sind in Social-Media-Kanälen, im Fernsehen, in Zeitungen und in Wartezimmer TV zu sehen und als Audiowerbung zu hören.
Auch der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, der AWO-Bundesverband, das Deutsche Rote Kreuz, der Anthropoi Bundesverband und die Lebenshilfe unterstützen die neue Kampagne.
