Harmonisierte Bildungsrahmenpläne wirken

Damit Menschen mit Behinderungen für die Teilhabe am Arbeitsleben qualifiziert werden können, ist es sinnvoll, Bildungsangebote in Werkstätten an den Ausbildungsrahmenplänen der anerkannten Ausbildungsberufe bzw. an Berufsfeldern und den Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes zu orientieren und so vergleichbar zu machen. Dazu hat die BAG WfbM harmonisierte Bildungsrahmenpläne entwickelt, die die Inhalte von Ausbildungsordnungen der beruflichen Vollausbildung für Werkstätten adaptieren.

Von Januar 2018 bis Februar 2020 haben die BAG WfbM und der Lehrstuhl für Sonderpädagogik V der Julius-Maximilians-Universität Würzburg die Wirksamkeit harmonisierter Bildungsrahmenpläne mit einer bundesweiten Studie ausgewertet.

Das Forschungsprojekt trug den Titel „Evaluation der Wirksamkeit harmonisierter Bildungsrahmenpläne“, kurz EvaBi, und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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Vier Forschungsfragen im Mittelpunkt

Mit dem Ziel, die Wirksamkeit harmonisierter Bildungsrahmenpläne zu evaluieren, standen bei EvaBi vier Fragen im Fokus:

  1. Welches Verständnis von beruflicher Bildung gibt es in Werkstätten?
  2. Welchen Zielgruppen stellt sich der Berufsbildungsbereich mit seinem Bildungsangebot auf Grundlage von harmonisierten Bildungsrahmenplänen?
  3. Welche Rahmenbedingungen bietet der Berufsbildungsbereich, um individualisiertes und personenzentriertes Lehren und Lernen von Menschen mit Behinderungen auf der Grundlage von harmonisierten Bildungsrahmenplänen zu ermöglichen bzw. auf der Grundlage von lokalen Rahmenplänen zu ermöglichen?
  4. Welche Bildungsverläufe und -ergebnisse sind bei den Teilnehmenden mit Behinderungen auf der Grundlage von harmonisierten Bildungsrahmenplänen zu sehen?

EvaBi Ergebnisse

Das Forschungsprojekt EvaBi lieferte vier zentrale Ergebnisse:

  • Fachkräften steht mit harmonisierten Bildungsrahmenplänen ein zentrales und bundesweit vereinheitlichtes Instrument zur Planung beruflicher Bildung zur Verfügung, das sich an einer heterogenen Zielgruppe ausrichtet und für ein transparentes Bildungsgeschehen sorgen kann.
  • Dieses Instrument erleben Fachkräfte als eine Orientierung, die ihnen einen Ausgangspunkt für die Gestaltung beruflicher Bildung im Berufsbildungsbereich bietet. Die Arbeit von Fachkräften wird dadurch direkt unterstützt.
  • Für Fachkräfte sind harmonisierte Bildungsrahmenpläne ein wertvolles Planungs- und Dokumentationsinstrument, da sie auf Bildungsziele hinweisen, die inhaltliche Ausgestaltung von Bildungsprozessen strukturieren und die Möglichkeit zur Auswertung von Bildungsprozessen bieten.
  • Mit harmonisierten Bildungsrahmenplänen ist es möglich, die Arbeit von Fachkräften zu koordinieren und berufliche Bildungsprozesse in Werkstätten weiter zu professionalisieren

Expertise aus Praxis, Wissenschaft und Politik

Im Projekt EvaBi haben 20 Einrichtungen mitgewirkt. Für das große Engagement danken wir:

Beiratsmitglieder

Über den gesamten Forschungsprozess wurde EvaBi darüber hinaus von einem Beirat begleitet. Unser Dank gilt den Beiratsmitgliedern der Bundesagentur für Arbeit, des Bundesinstituts für Berufsbildung, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Landesverbands Rheinland, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, des Zentralverbands des Deutschen Handwerks sowie verschiedener Werkstätten.

© BAG WfbM

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