20. Verleihung der „exzellent“-Preise: Herzlichen Glückwunsch an die Preisträger 2026!

Die BAG WfbM vergibt die „exzellent“-Preise bereits seit 2006. Dieses Jubiläum nahm der Verband zum Anlass, im Rahmen von You can! am 11. März 2026 in Leipzig nicht nur innovative Ideen in den Kategorien Arbeit und Bildung auszuzeichnen, sondern außerdem ein Projekt zu würdigen, das über viele Jahre hinweg Wirkung entfaltet und sich dabei stetig weiterentwickelt hat. So wurden bei der 20. Verleihung der „exzellent“-Preise gleich sieben herausragende Projekte geehrt.

Lebenshilfe Heinsberg, Franz Sales Haus und Vielfalter Experten für Teilhabe überzeugen die Jury

Für das Projekt „Hey du, schau mal nach unten…! Produktion und Vermarktung eines hochwertigen Eigenproduktes im Förderbereich“ wurde die Lebenshilfe Heinsberg mit einem ersten Platz in der Kategorie exzellent:arbeit geehrt. Mit einer handgebundenen Lernkarte ist ein Produkt entstanden, das Nachfrage und Wirkung auf besondere Weise verbindet. Ein gedrucktes Schuhmotiv, ein echter Schnürsenkel und ein eigens entwickelter Liedtext – daraus wird ein Lernangebot, das Kinder spielerisch beim Schleifenbinden unterstützt und gleichzeitig Feinmotorik, Konzentration und Selbstständigkeit fördert. Doch die eigentliche Stärke dieses Projekts liegt tiefer: Es schafft sinnvolle Arbeit für Menschen im Förderbereich und verbindet soziale Verantwortung mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit. Die erfolgreiche Verteilung von 10.000 Lernkarten in Kooperation mit einem Radiosender, begleitet von einem professionellen Marketing, zeigt, wie durchdacht und wirksam dieses Projekt umgesetzt wurde. Die Jury würdigt besonders den Fokus auf Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf, die Ansprache einer breiten Zielgruppe und die starke Vernetzung im Sozialraum. Die hohe Sichtbarkeit der Lernkarte bringt Anerkennung – und stärkt spürbar das Selbstwertgefühl der Menschen mit Behinderungen.

In der Kategorie exzellent:bildung konnte sich das Franz Sales Haus über den ersten Platz freuen. Bei „Arbeiten – wie ich es will!“ entwickeln Wissenschaftler*innen gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen ein KI-gestütztes Bedarfsanalyse-Tool, das neue Maßstäbe setzt. Es hilft dabei, eigene Stärken zu erkennen, persönliche Berufswünsche zu formulieren und individuellen Unterstützungsbedarf sichtbar zu machen. Damit eröffnet das Tool neue Wege der Berufsorientierung und reale Perspektiven auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Gleichzeitig profitieren Fachkräfte von klaren, nachvollziehbaren und effizienten Prozessen. Besonders hervorzuheben ist der konsequent partizipative Ansatz: Menschen mit Behinderungen waren von Beginn an aktiv am Projekt beteiligt – nicht nur als Zielgruppe, sondern auch als Mitgestaltende. Die Jury würdigt zudem die starke Personenzentrierung, die Förderung von Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit sowie die hohe Übertragbarkeit des Projekts. Hier wird deutlich, wie Künstliche Intelligenz inklusiv genutzt werden kann!

Der exzellent:sonderpreis 2026 für eine hervorragende Weiterentwicklung ging an das Projekt „STANDARDS für die Arbeit der Werkstatträte“ der Vielfalter Experten für Teilhabe gGmbH. Das Projekt wurde 2020 in der Kategorie exzellent:bildung ausgezeichnet und seitdem konsequent weiterentwickelt. Ausgangspunkt war eine klare Herausforderung: sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen für Werkstatträte in Süd-West-Niedersachsen. Bereits 2011 schlossen sich daher Werkstatträte, Assistenzen und Fachpersonal zusammen, um gemeinsame STANDARDS zu entwickeln – und diese nicht nur einzuführen, sondern dauerhaft zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Mit einer Selbstverpflichtung der Träger wurden die Rechte der Werkstatträte gestärkt, Qualifizierungen ermöglicht und die Zusammenarbeit nachhaltig verbessert. Heute sind die STANDARDS barrierefrei, alltagstauglich und in ganz Niedersachsen etabliert. Bildungstage, Anwendertage, Audits und ein Audit-Index, Handreichungen, ein Wörterbuch sowie praxisnahe Themenbögen zeigen, wie konsequent dieses Projekt weitergedacht wurde. Es ist ein lebendiges Instrument, das sich an den realen Bedürfnissen der Menschen orientiert. Die Jury würdigt insbesondere den klar partizipativen Ansatz und die hohe Anwenderfreundlichkeit. Durch das Projekt werden Werkstatträte in ihrer Selbstwirksamkeit und Handlungskompetenz gestärkt. Gleichzeitig wird ein inklusives Miteinander gefördert – und so ein wichtiger Beitrag zur Demokratiebildung geleistet.

Zweite Plätze für die innovativen Ideen des BWMK und von Mosaik-Berlin im Bereich Arbeit

In den Kategorien exzellent:arbeit und exzellent:bildung wurden 2026 jeweils zwei zweite Plätze vergeben.

„Kamera läuft und Action!“ Unter diesem Titel erstellt die Mediengruppe des BWMK Bild- und Textbeiträge für Intranet und soziale Medien, begleitet Veranstaltungen und hat sich als interner wie externer Dienstleister etabliert. Ziel des Teams ist es, Informationen verständlich, niedrigschwellig und zeitgemäß aufzubereiten. Menschen mit Behinderungen treten hier selbstbewusst als Expert*innen auf – sowohl für die Themen Behinderungen und Inklusion als auch für das moderne Berufsfeld Medien. Das stärkt Handlungskompetenzen, Selbstbewusstsein und eröffnet Perspektiven für aner-kannte Ausbildungsabschlüsse und Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.orem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit. Aenean commodo ligula eget dolor. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus. Donec quam felis,

Beim sozialraumorientierten Projekt Mosaik-Kiezhilfe wird Arbeit nicht primär als ökonomische Leistung, sondern als Chance zur sozialen Teilhabe verstanden. Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf werden in ihrem Kiez sichtbar – als engagierte Nachbar*innen, als Umweltschützer*innen, als Unterstützer*innen. Besonders beeindruckt hat die Jury der bewusste Perspektivwechsel: von der Wahrnehmung als hilfsbedürftige Personen hin zu aktiv Handelnden. Das Projekt stärkt das Selbstwertgefühl, schafft Begegnungen und rückt die Bedarfe von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf konsequent in den Mittelpunkt.

Blauhaus und Diakonie Nord Nord Ost erreichen zweite Plätze in der Kategorie Bildung

Der Bildungscampus Blauhaus wurde für das Projekt „Wenn Wissen Funken schlägt – mit der Feuerwehr aktiv lernen“ ausgezeichnet. Dabei geht es um Brandschutztage, die aus einem Einzelprojekt heraus zu einem festen Bildungsangebot entwickelt wurden. In Kooperation mit der Berufsfeuerwehr Hanau erwerben Menschen mit Behinderungen praxisnahes Wissen für Gefahrensituationen, bauen Unsicherheiten ab und lernen, selbstständig zu handeln. Das aktive, partizipative Lernkon-zept führt zu hohem Lernerfolg und stärkt zugleich Kooperationen im Sozialraum. Die Jury hebt die sehr gute Skalierbarkeit hervor sowie die Mehrwerte für Arbeitssicherheit, fachliche Qualifizierung und Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Die Diakonie Nord Nord Ost in Holstein hat in einen barrierefreien Intranet-Bereich entwickelt, der digitale Teilhabe, Transparenz und berufliche Entwicklung in den Mittelpunkt stellt. Das Angebot „Kompass-Intranet & Jobbörse“ schafft zentralen Zugang zu Informationen, Stellenangeboten und Beratung und wurde gemeinsam mit dem Werkstattrat entwickelt. Digitale Kompetenzen, Selbstbestimmung und nachhaltiges Übergangsmanagement stehen hier klar im Fokus. Die Jury würdigt insbe-sondere die Transparenz, die konsequente Beteiligung der Beschäftigten und die klare Aus-richtung auf Übergänge in den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Film ab für die erstplatzierten Projekte!

Das Foto zeigt eine große Menge Lernkarten, die auf einem Tisch liegen. Auf den Lernkarten sind ein Schuhmotiv und ein Schnürsenkel.
Das Foto zeigt eine große Leinwand, auf die eine Frau in orangenem Pullvor zeigt. Auf der Leinwand ist eine digitale Umfrage mit Text und verschiedenen Zeichnungen.
Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus einer Sitzung. Eine Person hält eine aufgeklappte Handreichung in den Händen. Die Handreichung enthält Text und verschiedene Zeichnungen.

Weitere Informationen zu den „exzellent“-Preisträgern 2026 und eine Liste aller nominierten Projekte gibt es in dieser Broschüre. Sie zeigen: Die Mitglieder der BAG WfbM sind offen für Veränderungen und setzen neue Impulse für eine zuklunftsfähige Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.

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