KI-Kompass Inklusiv: Das Begleitgremium traf sich zum elften Mal

Am 24. März 2026 traf sich das Begleitgremium des Projekts KI-Kompass Inklusiv im digitalen Raum zu seiner elften Sitzung. In diesem Rahmen tauschten sich die Mitglieder des Begleitgremiums und Vertreter*innen aus dem Projektteam über neuste Entwicklungen des Projekts aus.

Nach der Präsentation des aktuellen Stands der einzelnen Arbeitspakete folgte die Bearbeitung von drei thematischen Schwerpunkten in Kleingruppen.

Ergebnisse des Technologie-Monitorings

Im Zentrum des ersten Themenblocks stand die systematische Suche und Aufbereitung von Informationen zu KI-Technologien. Ziel des Monitorings im Projekt ist es, relevante KI-Technologien zu identifizieren und übersichtlich im regelmäßig aktualisierten Technologie-Monitor des Projekts zugänglich zu machen. Berit Blanc (DFKI) berichtete von den neuesten Ergebnissen, die im Februar 2026 hierzu veröffentlicht wurden.

In dieser neuen Recherche hat sich das DFKI verstärkt auf bereits auf dem Markt vorhandene Produkte konzentriert. Dabei wurden insgesamt 166 KI-gestützte Assistenzsysteme identifiziert, darunter etwa 65 % Produkte. Viele dieser Systeme sind für die Wahrnehmung der Umgebung, für die Kommunikation oder für die Ausübung der beruflichen Tätigkeit besonders geeignet.

In der anschließenden Diskussion wurde das große Interesse der Mitglieder an niedrigschwelligen und breit einsetzbaren KI-gestützte Assistenztechnologien deutlich. Dabei wurden Anwendungen zur Kommunikation und Textbearbeitung als besonders wertvoll hervorgehoben. Gleichzeitig regten die Mitglieder des Begleitgremiums an, die Perspektiven und Erfahrungen von Nutzer*innen in der Entwicklung stärker einzubeziehen, etwa durch Rückmeldungen aus der Praxis.

Geplante Webinarreihe zu beruflicher Teilhabe mit KI

Der zweite Themenblock widmete sich der geplanten Webinarreihe zur Förderung der beruflichen Teilhabe mithilfe KI-gestützter Assistenztechnologien. Verena Anton (BAG BBW) stellte das Konzept vor. Die Online-Veranstaltungen sollen praxisnahe Einblicke in den Einsatz von KI-Technologien im Arbeitsalltag bieten und Nutzer*innen sowie Entwickler*innen der Anwendungen als Expert*innen bei der Berichterstattung einbeziehen. 

Die Beiträge aus dem Begleitgremium zeigten, dass KI-Technologien bereits in verschiedenen beruflichen Bereichen zur Unterstützung genutzt werden, vor allem in der Organisation von Arbeitsprozessen sowie bei der Textarbeit. Dabei spielen Funktionen wie Spracheingabe und -ausgabe eine wichtige Rolle, gerade für Menschen, denen das Schreiben schwerfällt.

Auch Herausforderungen bei der Verwendung von KI-Assistenztechnologien wurden benannt, etwa im Hinblick auf rechtliche Rahmenbedingungen im Arbeitskontext. Die Themen barrierefreie Nutzungsmöglichkeiten, technische Voraussetzungen sowie Transparenz bei Datenverarbeitung wurden als wichtige Aspekte für die künftigen Webinare hervorgehoben.

Die Webinarreihe „Berufliche Teilhabe mit KI“ startet am 12. Mai 2026 mit dem Thema „Arbeitsorganisation“. Mehr Informationen zu den sechs Terminen finden Sie künftig auf der Projekt-Website unter Veranstaltungen.

Schnittstellen zwischen KI und weiterer Software

Die Frage, wie KI-Technologien mit bestehender Software und digitaler Arbeitsumgebung verknüpft werden können, lag im Fokus des dritten Themenblocks, gestaltet von Michael Thieke-Beneke (BV BFW). Mithilfe von digitalen Schnittstellen und somit neu entstehenden Verbindungen können Arbeitsprozesse vereinfacht und neue Formen der Interaktion mit verschiedenen Anwendungen ermöglicht werden. Besonders für Menschen mit starken Einschränkungen können solche barrierearmen und zuverlässigen Lösungen einen erheblichen Mehrwert bieten.

Die Mitglieder des Begleitgremiums berichteten von vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, insbesondere im Bereich der Spracheingabe und Audiotranskription. Schnittstellen zwischen KI-Systemen und bestehender Software weisen großes Potenzial zur Automatisierung von Arbeitsschritten und zur effizienten und einfachen Steuerung auf. Einschränkungen bestehen jedoch durch technische, organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen.

Nach Abschluss der Diskussionen in Kleingruppen tauschten sich die Teilnehmenden im Plenum über die bevorstehende Fachtagung des Projekts KI-Kompass Inklusiv aus, moderiert von Katharina Wiehe (BAG WfbM). Das Konzept für die Veranstaltung wurde den Mitgliedern vorgestellt, ebenso wie die Schwerpunkte, die beim Präsenztreffen des Begleitgremiums im Juni 2026 gemeinsam vertieft werden sollen. Die Mitglieder sind eingeladen, an der Fachtagung teilzunehmen und sie aktiv mitzugestalten. Diese wird am 29. September 2026 in Präsenz in Berlin stattfinden.

Hintergrund

Das Projekt KI-Kompass Inklusiv erforscht, wie der Einsatz KI-gestützter Assistenztechnologien die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen fördern kann. Das Projekt wird von der BAG WfbM in Zusammenarbeit mit der BAG BBW und dem BV BFW unter der Leitung des DFKI umgesetzt. Zum Angebot des entstehenden Kompetenzzentrums zählen neben Schulungen auch Informationsformate, Praxisbeispiele sowie ein Technologie-Monitor, der einen Überblick über KI-Assistenztechnologien bietet. Die BAG WfbM übernimmt im Rahmen des Projekts die Organisation des inklusiven Begleitgremiums und sorgt dafür, dass Barrierefreiheit in allen Projektbereichen mitgedacht wird.

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