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Internationale Konferenz zu neuen Technologien und Digitalisierung im sozialen Sektor
Logo der BCN Konferenz
© EASPD
Am 4. und 5. Oktober 2018 fand in Barcelona die internationale Konferenz „Technology and digitalization in social care - The impact on education, employment and independent living“ statt. Es war die erste Konferenz des europäischen Dachverbandes EASPD, die sich mit den Chancen und Risiken neuer Technologien beschäftigte.

Dass das Thema Digitalisierung aus dem sozialen Sektor nicht mehr wegzudenken ist, zeigte sich im Rahmen der Konferenz. In Diskussionsrunden und Workshops wurde auf verschiedene Aspekte eingegangen. Dabei kristallisierten sich einige Schlüsse heraus: In die Nutzung – und am besten auch die Entwicklung – von (assistiver) Technik müssen stets die Menschen mit Behinderungen einbezogen werden. Denn Technologie ist kein Selbstzweck, sondern muss gerade innerhalb sozialer Dienstleistungen immer mit Bezug auf die Nutzer und Nutzerinnen gedacht werden, für die sie Vorteile bringen soll. Dies verdeutlichte ein beeindruckendes irisches Beispiel. Sprechern und Sprecherinnen einer dortigen Einrichtung für Menschen mit geistigen Behinderungen wurde es mit einfachsten und bereits am Markt bestehenden Apps ermöglicht, sich zum Beispiel mithilfe von Filmen besser zu verständigen und so auch ihre Anliegen in Gesprächen mit der Geschäftsführung der Einrichtung besser kommunizieren zu können.

EASPD-Konferenz zur Digitalisierung
Chancen und Risiken der Digitalisierung für Menschen mit Behinderungen wurden auf internationalem Podium beleuchtet.
© EASPD
Barrierefrei und ethisch
Da die Barrierefreiheit von Technik erste Voraussetzung für ihre Nutzung für alle ist, wurde eine leitende Mitarbeiterin der Europäischen Kommission zum Stand der noch immer nicht in Kraft getretenen Richtlinie zur Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen befragt. Aufgrund des Widerstands einiger Mitgliedsstaaten ist ihr Inkrafttreten immer weiter verschoben worden. Die Europäische Kommission steht jedoch nach wie vor hinter ihrer Initiative.

Auf die ethischen und aus Menschenrechtsperspektive bestehenden Bedenken hinsichtlich einer unkontrollierten Nutzung aller zur Verfügung stehenden Technologien machte der ungarische Jurist und Mitglied des UN-Fachausschusses Laszlo Lovászy aufmerksam. Eine derartige Nutzung könnte in eine Selektion von „gutem“ und „schlechtem“ Genmaterial münden. Und auch die Ängste von Fachpersonal, dass eine Digitalisierung dazu führen könnte, dass ihre Tätigkeiten in Zukunft automatisiert werden, wurden mit Luca Scarpiello, einem Vertreter der europäischen Gewerkschaft der Berufe im öffentlichen Dienst (EPSU), diskutiert. Er plädierte dafür, das Fachpersonal bei jeder Entscheidung einzubinden.


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