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Martinshof investiert in die Bildung
Der Martinshof Bremen setzt auf Bildung: In den kommenden zwei Jahren investiert er jährlich 100.000 Euro mehr als die üblichen 75.000 Euro in die betriebliche Weiterbildung. Damit will sich die Werkstatt für die zukünftigen Aufgaben rüsten. „Nur so haben die Menschen mit Behinderungen noch eine Chance auf Teilhabe am zukünftigen Arbeitsleben“, erklärte Geschäftsführer Wilfried Hautop. Im Schneeballsystem soll die Fortbildung die 1.740 Werkstattbeschäftigten erreichen. 20 Fachkräfte werden als Multiplikatoren ausgebildet, die ihr Wissen wiederum an 120 andere weitergeben. Diese vermitteln dann vor Ort wiederum ihre Kenntnisse an die Beschäftigten. „Es geht um Persönlichkeitsentwicklung“, betonte Professor Gerd Grampp von der Fachhochschule Jena. Der Rehabilitationsexperte hat das „Arbeitspädagogische Bildungssystem“ entwickelt. Die Beschäftigten sollen lernen, sich zu entscheiden und über sich nachzudenken. Austausch, Partnerschaft und eine gemeinsame Sprache sind die der Weiterbildung. Wechselnde Aufträge verlangen von den Beschäftigten große Flexibilität. „Lebenslanges Lernen ist hier Realität“, sagte Wilfried Hautop. „Wir kriegen ständig neue Aufträge von Firmen, darauf müssen wir uns vorbereiten.“ Sorge bereitet dem Geschäftsführer vom Martinshof, daß es immer weniger Aufträge gibt, die die Werkstattbeschäftigten bewältigen können. „Wir befürchten, daß einfache Arbeiten in Billiglohnländer gehen. Wie können wir dann noch mithalten?“ In den Werkstätten packen die Beschäftigten beispielsweise CDs um, sie säubern die Sitze beim SV Werder oder arbeiten für Daimler oder Siemens. Die Werkstatt Bremen wünscht sich auch einen Austausch mit anderen Einrichtungen. Lerneinheiten, die bei der Weiterbildung entwickelt werden, möchte sie im Internet zugänglich machen. Der Anspruch auf Qualifikation kommt nicht nur von oben. „Die Beschäftigten selbst wollen Geld verdienen und gute Arbeit machen“, erklärte Gerd Grampp. Sie haben eine andere Schulbildung und ein anderes Selbstbewußtsein als noch vor 20 Jahren.

Quelle: Karina Skwirblies, Weser-Kurier



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