Parlamentarisches Frühstück der BAG WfbM: Werkstattreform darf nicht länger warten
Beim Parlamentarischen Frühstück der BAG WfbM am 11. September 2026 in Berlin diskutierten Vertreter*innen aus Politik und Praxis über die Zukunft der beruflichen Teilhabe. Im Fokus standen die Anerkennung von Arbeit, die Stärkung von Bildung und Qualifizierung sowie bessere Übergänge und Wahlmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen.
Bei der Veranstaltung in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft wurde deutlich: Werkstätten sind ein unverzichtbarer Bestandteil einer vielfältigen und inklusiven Arbeitswelt. Sie ermöglichen Menschen mit Behinderungen Teilhabe am Arbeitsleben, fördern individuelle Kompetenzen und eröffnen berufliche Perspektiven.
Arbeit anerkennen, Einkommen verbessern.
Ein zentrales Thema des Frühstücks war die Anerkennung der Leistungen von Werkstattbeschäftigten. Die BAG WfbM machte deutlich, dass die Diskussion um die Weiterentwicklung des Entgeltsystems weit über finanzielle Fragen hinausgeht.
Wer arbeitet und einen Beitrag zur Gesellschaft leistet, verdient Wertschätzung und Aner-kennung. Deshalb setzt sich die BAG WfbM für eine Verbesserung der Einkommenssituation von Werkstattbeschäftigten und der Angebote insbesondere für Menschen mit hohem Unter-stützungsbedarf ein.
Bildung und Qualifizierung stärken
Große Aufmerksamkeit erhielt beim Parlamentarischen Frühstück zudem die Bedeutung be-ruflicher Bildung und Qualifizierung. Werkstätten vermitteln fachliche und persönliche Kompetenzen, fördern individuelle Entwicklung und schaffen die Grundlage für berufliche Perspekti-ven.
Die BAG WfbM fordert, die in Werkstätten erworbenen Qualifikationen stärker anzuerkennen und sichtbarer zu machen. Qualifizierung ist eine wesentliche Voraussetzung für Selbstbestimmung, gesellschaftliche Teilhabe und eine erfolgreiche berufliche Entwicklung.




Mehr Übergänge und echte Wahlmöglichkeiten schaffen
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion lag auf der Weiterentwicklung von Übergängen im System beruflicher Teilhabe. Dabei wurde deutlich, dass Übergänge nicht ausschließlich als Wechsel auf den allgemeinen Arbeitsmarkt verstanden werden dürfen.
Ebenso wichtig sind individuelle Entwicklungs- und Qualifizierungsschritte innerhalb beste-hender Angebote. Ziel muss es sein, Menschen mit Behinderungen auf ihrem jeweiligen Weg bestmöglich zu begleiten und ihnen echte Wahlmöglichkeiten für ihre berufliche Zukunft zu eröffnen.
Reformbedarf besteht
Der Austausch verlief offen, konstruktiv und lösungsorientiert. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die Weiterentwicklung der Werkstätten und des gesamten Systems beruflicher Teilhabe nicht aufgeschoben werden darf.
Die BAG WfbM wird sich daher weiterhin mit Nachdruck für eine auskömmliche Finanzierung, die Anerkennung beruflicher Qualifikationen, bessere Einkommensperspektiven sowie eine Stärkung von Bildung und Qualifizierung einsetzen. Das Parlamentarische Frühstück hat hierfür wichtige Impulse gesetzt und den Dialog zwischen Politik und Praxis weiter vertieft.
Wir danken allen Teilnehmenden herzlich für den Austausch!
