Aktionstag Schichtwechsel 2026: Bundesweiter Arbeitsplatztausch baut Vorurteile ab
Im Rahmen des Aktionstags Schichtwechsel tauschen am heutigen Donnerstag erneut bundesweit Menschen mit und ohne Behinderungen ihre Arbeitsplätze. Im persönlichen Austausch lernen die Teilnehmenden die Arbeits- und Lebensrealität des jeweils anderen kennen, gewinnen neue Perspektiven auf die Arbeitswelt und bauen gemeinsam Vorurteile ab. Mit rund 400 teilnehmenden Werkstätten und insgesamt rund 5.000 Tauschpartner*innen setzt der Schichtwechsel 2026 seinen Erfolgskurs fort und knüpft an die Rekordbeteiligung des vergangenen Jahres an.
„Die Übergangsquote von Werkstattbeschäftigten auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ist bislang erschreckend niedrig. Ein Perspektivwechsel kann der richtige Schritt sein, um seine Haltung zu verändern. Menschen, die in einer Werkstatt beschäftigt sind, können durch die Aktion für den Wechsel motiviert werden. Auch Menschen ohne Behinderung können nur vom Aktionstag Schichtwechsel profitieren: Er kann sie auf neue Ideen bringen, wie Werkstattbeschäftigte bei diesem Schritt unterstützt werden können und den Blick für ihr Potential als Arbeits- und Fachkräfte im Unternehmen öffnen. Ich wünsche allen Beteiligten viel Erfolg und einen gelungenen Schichtwechsel!“, sagt Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen.
Tauschaktionen schaffen Bewusstsein für die Bedeutung von Teilhabe
Seit Beginn des Jahres ist das Thema Eingliederungshilfe zunehmend in den Fokus gesellschaftlicher und politischer Debatten gerückt. Dabei ist die gesamtgesellschaftliche Wahrnehmung von Menschen mit Behinderungen in Werkstätten noch immer von Vorurteilen und Falschinformation geprägt.
„Ziel des Aktionstags Schichtwechsel ist es, den Austausch zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen zu fördern und zu zeigen, welche Rolle die Teilhabe am Gesellschafts- und Arbeitsleben nicht nur für Menschen mit Behinderungen spielt, sondern auch für die Gesellschaft als Ganzes. Gerade angesichts des aktuellen politischen Klimas und des Erstarkens demokratiefeindlicher Strömungen sind Aktionen wie der Schichtwechsel wichtiger denn je, um Teilhabe als Menschenrecht und Grundpfeiler unseres sozialstaatlichen Systems nicht aus den Augen zu verlieren“, so Andrea Stratmann, Vorstandsvorsitzende der BAG WfbM.
Mit der Teilnahme vieler Abgeordneter, Bürgermeister*innen und Landrät*innen im gesamten Bundesgebiet wird deutlich, dass der Schichtwechsel auch auf politischer und kommunaler Ebene als wichtiger Anlass für Dialog und Begegnung wahrgenommen wird.
Erneute Rekordbeteiligung
Seit acht Jahren findet der Aktionstag Schichtwechsel bereits auf bundesweiter Ebene statt und erfreut sich großer Begeisterung. Die Vielfalt der Tauschaktionen im Rahmen des Schichtwechsels hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Auch in diesem Jahr setzt der Aktionstag mit einem neuen Teilnahmerekord seinen Erfolgskurs fort. Rund 400 Werkstätten nehmen mit eigenen Tauschaktionen am Aktionstag teil.
Die insgesamt 5.000 Tauschpartner*innen, davon rund 3.000 Werkstattbeschäftigte und 2.000 Mitarbeitende des allgemeinen Arbeitsmarktes, leisten dabei individuell wie auch gemeinsam einen wichtigen Beitrag zu mehr gegenseitigem Verständnis und gesellschaftlicher Teilhabe.
Als Tauschpartner mit dabei sind auch in diesem Jahr Großunternehmen wie BMW und toom, Sportvereine wie Hertha BSC und Borussia Dortmund sowie Theater, Gastronomiebetriebe und Zoll- und Landesämter aus dem ganzen Bundesgebiet.
Schichtwechsel auch im kommenden Jahr möglich
Interessierte können sich bereits jetzt den Termin für den bundesweiten Aktionstag Schichtwechsel im nächsten Jahr vormerken. Am 23. September 2027 sind Menschen mit und ohne Behinderungen eingeladen, neue Perspektiven zu entdecken und für mehr Inklusion im Arbeitsleben einzutreten.
Weitere Informationen zum Aktionstag Schichtwechsel finden Sie unter www.schichtwechsel-deutschland.de.
